Gesund bleiben mit Wacholder

Rezepte von Eunike Grahofer

„Kranewittn für den Bauch, hol Dir vor dem Frost vom Strauch. Tut Dich jedoch Husten plagen, lass Kranewittn die Kälte ertragen“ – mit der Kranewittn ist unser Wacholder gemeint.

Vom Wacholder können wir alle Pflanzenteile verwenden. Die Asche des Holzes wurde als Mineralstofflieferant dem Brot zugegeben und es wurde zum Räuchern von Fleisch verwendet. Aus den Nadeln wurde ein Tee gegen Bronchitis zubereitet, in dem Rindenwasser wurde bei Hautproblemen gebadet und die Beeren waren Gewürz und Hausapotheke.

Die Wacholderbeeren – eigentlich botanisch richtig sind es Zapfen – von März bis November geerntet regen unsere Verdauungssäfte an, helfen bei Gelenksentzündungen und wirken als Tee getrunken harntreibend. Sie haben einen würzigen, harzigen Geschmack mit leichter Bitternote.

Wurde sie, wie der obige Spruch erzählt, in der Nacht dem Frost und tagsüber der Sonne ausgesetzt, verändert sich ihr Geschmack in würzig-harzig mit einer köstlichen Karamellnote. Dann ist sie die Beere bei Erkältungskrankheiten. Eine der Beeren wurde gegen Grippe und Erkältungen zwei- bis dreimal wöchentlich im Mund gekaut. Selbst die Pferde bekamen diese sogenannte „Rossbeere“ nach schweren Krankheiten zur körperlichen Stärkung in das Futter gemischt. Warum der Wacholder „Kranewittn“ oder „Rossbeere“ genannt wird, welche Anwendung in den Dörfern die Leute in Epidemien unterstützt hat, was er uns über das Wetter erzählt und viele weitere spannende Geschichten könnt ihr im neuen Podcast hier nachhören.

Rezepte aus der Naturapotheke

Wacholdernadeltee bei Erkältung, Bronchitis, Husten:

Das brauchst Du dazu:
1 EL Wacholdernadeln, 1/2 l Wasser

So wird`s gemacht:

Die Wacholdernadeln – es kann auch ein junges, kleines Stämmchen des Wacholders sein – mit heißem Wasser übergießen, zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen, danach abseihen und warm trinken. Wer möchte, kann den Tee mit etwas Honig oder Wacholderhonig süßen.


Wacholderbeerentee bei Migräne und bei Konzentrationsproblemen:

Das brauchst Du dazu:
1 EL Wacholderbeeren, 1 l Wasser

So wird`s gemacht:

Die frischen oder getrockneten Wacholderbeeren mit dem Finger etwas andrücken, mit dem heißen Wasser übergießen und zugedeckt 6 bis 8 Minuten ziehen lassen, abseihen und unbedingt ungesüßt schluckweise trinken.


Einreibung für schmerzende Gelenke, Zerrungen, Muskelkater:

Das brauchst Du dazu:
1 Handvoll Wacholderbeeren, 1 Wacholderzweig von der Länge eines Daumens, 1 l hochprozentiger Alkohol

So wird`s gemacht:

Die Hälfte der Wacholderbeeren mit dem Mörser quetschen. Die gequetschten Beeren mit den anderen gemeinsam in ein verschließbares Glas geben, den Zweig hinzugeben und mit dem Alkohol übergießen, sodass Beeren und Zweig zur Gänze mit dem Alkohol bedeckt sind. Das Glas verschließen und 4 bis 6 Wochen reifen lassen, abseihen und damit schmerzende Gelenke einmassieren. Auch bei Muskelkater oder Zerrungen hilft die Einreibung gut.


 Sirup gegen Husten, Bronchitis und Reizhusten:

Das brauchst Du dazu:
Hierzu nimmt man 1 Handvoll Wacholderbeeren, 1 kg Naturzucker, ¾ l Wasser.

So wird’s gemacht:

Die Wacholderbeeren zerquetschen, mit dem kochenden Wasser übergießen und über Nacht stehenlassen. Am nächsten Tag das Beerenwasser langsam erhitzen und die Beeren abseihen. In den zurückbleibenden Wacholdersud den Naturzucker einrühren und auf kleiner Flamme, bei oftmaligem Umrühren, köcheln. Der Wacholdersirup ist dann fertig, wenn ein honigartiger Sirup entstanden ist. Den Sirup rasch in saubere Gläser abfüllen. Man nimmt ihn löffelweise pur zu sich oder als Süße für Getränke. Er hat eine stark antibakterielle Wirkung, wirkt hustenlindernd, regt den Stoffwechsel an und wirkt beruhigend bei Entzündungen im Verdauungstrakt.

Mehr vom Wacholder gibt’s in unserem Podcast

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