MAMUZ Mistelbach: MAYA

Am 21. März wird die große Maya-Ausstellung eröffnet

Das MAMUZ Museum Mistelbach zeigt 2020 eine Ausstellung zur faszinierenden Kultur der Maya und liefert damit erstmals seit 25 Jahren eine umfassende Maya-Schau in Österreich.

Die Ausstellung wirft einen eingehenden Blick auf den Lebensraum der Maya sowohl im tropischen Tiefland als auch im vulkanischen Hochland Guatemalas. Wie gelang es den Menschen trotz der schwierigen klimatischen Bedingungen eine so große Bevölkerung zu ernähren, ohne ihre Umwelt zu zerstören? In welcher Weise organisierten sie ihr Zusammenleben? Und was waren die Ursachen für den Untergang der frühen Hochkultur? Die Beschäftigung mit den Maya führt uns zu erstaunlich aktuellen Fragen. Präsentiert werden 200 Originalexponate aus Guatemala, die spannende Einblicke in die reichhaltige Geschichte der Maya ermöglichen.

Tief im Dschungel Zentralamerikas erheben sich bis heute die imposanten, steinernen Tempelpyramiden und Paläste der faszinierenden Kultur der Maya. In ihrer Blütezeit zwischen 250 und 900 n. Chr. bildeten sie eine mächtige Hochkultur, deren kulturelle Errungenschaften uns heute noch in Staunen versetzen: Sie erfanden einen präzisen Kalender, lernten mit dem tropischen Ökosystem in Einklang zu leben und entwickelten eine komplexe Hieroglyphenschrift. Ihre Siedlungsgebiete in den Regenwäldern von Mexiko, Guatemala, Belize, Honduras und El Salvador waren damals die Regionen mit der weltweit größten Bevölkerungsdichte.

Lebensgroße Jademaske (c) Jorge Pérez de Lara Elías

Neues Wissen über die Maya

Lange Zeit war die einst mächtigste Kultur des amerikanischen Kontinents im europäischen Bewusstsein in Vergessenheit geraten. Erst in den letzten Jahrzehnten haben Archäolog/-innen, Historiker/-innen und Schriftforscher/-innen die Maya wiederentdeckt und sind dabei auf erstaunliche Dinge gestoßen. „Durch den Einsatz neuer Technologien und die Entzifferung der Maya-Schrift hat sich unser Verständnis dieser Kultur in den letzten Jahren radikal verändert. Jetzt erkennen wir, dass die Maya nicht nur die bedeutendste Zivilisation des Alten Amerika waren, sondern verstehen auch, wie die Menschen lebten, träumten und dachten,“ erklärt Kurator Nikolai Grube.

Die Sonderausstellung „MAYA“ im MAMUZ präsentiert die neuesten Forschungserkenntnisse zu Landwirtschaft, Religion, gesellschaftlicher Ordnung und zu den politischen Beziehungen der Maya-Königtümer. Besucher erfahren, wie die Menschen in den Städten, auf dem Land und an den prächtigen Königshöfen lebten. Darüber hinaus wird deutlich gemacht, dass die Maya-Kultur nach dem Zusammenbruch der großen Maya-Städte, der klimatischen Herausforderungen und der Ankunft der spanischen Invasoren keinesfalls unterging, sondern – wenn auch in einer weitaus geringeren Zahl – weiterhin bestehen blieb und sich auf andere Gebiete Mesoamerikas verlagerte. Denn wie kaum eine andere Gesellschaft haben sie es verstanden, sich immer wieder an neue Lebensumstände anzupassen.

„Die Ausstellung führt uns auf eine spannende Entdeckungsreise nach Amerika und zeigt uns eine komplexe Gesellschaft, die in ihrer Entwicklung durchaus vergleichbar mit den frühen Hochkulturen in Europa ist. Mit scheinbar einfachen Mitteln gelang es den Maya eine hochentwickelte Zivilisation mitten im tropischen Regenwald aufzubauen. Es ist erstaunlich, wie eine Gesellschaft über mehr als tausend Jahre in einem so fragilen Ökosystem leben konnte,“ so Franz Pieler, wissenschaftlicher Leiter des MAMUZ.

Figürliches Räuchergefäß (c) Jorge Pérez de Lara Elías

Objektschau aus Guatemala

Die Schau umfasst 200 Originalobjekte aus Guatemala, die mehrheitlich in Europa noch nie zu sehen waren. Rund die Hälfte der Objektsammlung wird überhaupt erstmals weltweit in einer Ausstellung gezeigt. Ein besonderes Highlight bildet die noch nie dagewesene Vielzahl an Exponaten aus Jade in einer europäischen Maya-Schau, darunter Schmuckstücke, die Aufschluss über die prunkvolle Kleidung der Maya-Herrscher geben. Stelen mit Hieroglypheninschriften erzählen von der Weltauffassung der Maya und werden den Besuchern mit Übersetzungen präsentiert.

Die Exponate sind allesamt Leihgaben aus der Sammlung des Museo Nacional de Arqueología y Etnología (MUNAE), dem Nationalmuseum für Archäologie und Ethnologie von Guatemala. „Eine Besonderheit der Ausstellung ist, dass die rechtmäßige Herkunft aller Ausstellungstücke gesichert ist. Die Objekte stammen ausnahmslos von legal durchgeführten archäologischen Grabungen in Guatemala. Wir wollen damit unsere Verantwortung als europäisches Museum ernst nehmen und aus Respekt gegenüber den Maya kein Kulturgut zur Schau stellen, das unrechtmäßig erworben oder angeeignet wurde,“ so Peter Fritz, Geschäftsführer des MAMUZ.

Neben den Originalobjekten enthält die Ausstellung Medienstationen, Fotoshows, Artefakte zum Anfassen und Spielstationen für Kinder, sodass die Maya-Kultur von den Besuchern mit allen Sinnen erlebt werden kann.

Kuratierung & Mitwirkende

Die Ausstellung „MAYA“ entstand im Zusammenwirken des MAMUZ und der Museumspartner GmbH und wird unterstützt durch Patrimonio Cultural y Natural (Generaldirektion für Kultur- und Naturerbe), Ministerio de Cultura y Deportes (Ministerium für Kultur und Sport) und Museo Nacional de Arqueología y Etnología (Nationalmuseum für Archäologie und Ethnologie) aus Guatemala.

Als Kurator fungiert Dr. Nikolai Grube, Professor für Altamerikanistik und Ethnologie an der Universität Bonn. Seine Forschungen haben wesentlich zur Entzifferung der Maya-Schrift und zur Erforschung der Königsdynastien der Maya beigetragen. Er war an zahlreichen archäologischen Projekten in Guatemala, Belize, Honduras und Mexiko beteiligt und leitet gegenwärtig das archäologische Projekt Uxul im Süden des Bundesstaates Campeche in Mexiko.

21. März – 22. November 2020, Di-So 10-17 Uhr
Das Begleitbuch zur Ausstellung ist ab 21. März im MAMUZ Museum Mistelbach erhältlich.
mamuz.at